
Für Anne Mischke ist der Sportverein mehr als nur ein Hobby; er ist ein "Rückzugsort und eine zweite Familie". Ihre Leidenschaft für das Turnen begann früh, geboren auf dem Land im Westerwald, turnte sie bereits in ihrem Heimatort. Durch ihre Heirat kam sie Mitte der 70er Jahre nach Schwarzenbek und fand dort schnell Anschluss im TSV. Auch nach ihrem späteren Umzug blieb sie dem Turnen treu. Der Fokus lag dabei immer in der Bewegung und der Gemeinschaft.
Eine Schlüsselfigur war Edith Peters, die sie "mit in den Sport nahm" und sie bat, beim Kinderturnen als Trainerin zu helfen. Edith Peters nahm sie unter ihre Fittiche: Anne unterstützte sie beim Training und lernte so von ihr die Grundlagen des Trainerseins.
Ihr offizieller Eintritt in den Verein datiert auf das Jahr 1979, geschah jedoch erst, nachdem sie schon rund fünf Jahre als Trainerin aktiv war – man hatte anscheinend vergessen, sie anzumelden. In dieser Anfangszeit bekam sie 5 DM pro Turnstunde.

Schon in den 80er Jahren wurde sie zu einer zentralen Figur im Verein. Sie leitete das Kinderturnen sowie das Mutter-Kind-Turnen und war, wie sie selbst sagt, "jeden Tag in der Halle". Bei 8 Leuten zuhause war dies eine willkommene Abwechslung. Die Halle und der Verein wurden zu ihrem zweiten Zuhause. 1985 unterstützte sie beim Leistungsturnen, bevor sie die Leitung an ihre Kinder Bettina und Kathrin weitergab, die es bis heute erfolgreich weiterführen.
Ihr Engagement ging weit über die Turnhalle hinaus: 20 Jahre lang bekleidete sie das Amt der Schriftwartin für den Kreisturnverband Herzogtum Lauenburg und war zudem Mitglied im Schiedsausschuss des TSV. Auf die Frage, warum sie auch diese Ehrenämter noch bekleidete, findet sich ihre typische Antwort: Sie wurde immer “gefragt”: „Anne mach du das doch!“ Und ihre Antwort darauf lautete: „Anne macht!“
Anne ist für ihre Schlagfertigkeit bekannt. Ihr liegt immer ein flotter Spruch auf den Lippen. Sie selbst sieht das als Fähigkeit, die sie in ihrer großen Familie gelernt hat: "In einer großen Familie muss man gegen an gehen können.“

Die Begeisterung für den Sport gab sie direkt an ihre Kinder weiter, die sofort beim Kinderturnen und Eltern-Kind-Turnen mitmachten und schon als kleine Kinder viel Zeit in den Sporthallen verbrachten. "Alle sind im Verein großgeworden und Trainer geworden", erzählt sie stolz. Die Familie ist mittlerweile in der dritten Generation im Sportverein engagiert. Auch im Alter blieb Anne aktiv und erweiterte ihr Spektrum. Ab 2011 engagierte sie sich im Gesundheitssport und leitete Sportstunden in der "Alten Oberförsterei", in der "Senioren-Residenz" und im "Askanierhaus" (bis Corona). Seit 2014 leitet sie die Hockergymnastik, wobei ihre Lieblingsübungen die Koordination und Kraftübungen mit Pezibällen sind.
Bemerkenswert ist, dass sie ihre offizielle C-Lizenz erst im Jahr 2013 machte – Jahrzehnte, nachdem sie bereits als Trainerin aktiv war. Generell entwickelte sie spät noch großes Interesse an Lehrgängen, obwohl sie bei diesen meist die Älteste war. Auch ein Handbruch bei einem Unfall während einer Fortbildung konnte sie nicht stoppen, sich weiterzubilden. Für sie war das Erlangen der C-Lizenz nach all den Jahren als Trainerin ein „großer Spaß“.
Wenn sie auf die lange Zeit zurückblickt, stellt sie fest, dass es "im Verein lockerer geworden ist". Die Übungsleiter von heute, so ihre Beobachtung, "gehen anders an die Arbeit heran, es ist nicht mehr so streng wie früher" – eine Entwicklung, die sie ausdrücklich positiv sieht. Sie freut sich auch über die vielen neuen Geräte und die erweiterten Möglichkeiten, die diese bieten. Es ist diese Neugier und die ungebrochene Freude an der Bewegung, die Anne Mischke auch nach all den Jahrzehnten auszeichnen, wenn sie lächelnd sagt: "Da probiere ich dann auch mal gerne etwas aus."
Ein Bericht und Interview von Sophia und Matti.





